Was ist Lindy Hop?


Lindy Hop tanzendes Paar

Lindy Hop ist ein Tanzstil, der und anderem aus dem Charleston, dem Break-Away und dem Texas Tommy entstand. In den frühen 20er Jahren verbreitete er sich wie ein Lauffeuer und erlebte seinen erlebte in den 40er-Jahren. Lindy Hop ist somit die Mutter von Tänzen wie Rock’n’Roll, Boogie Woogie, Jitterbug und Jive. Damals noch außergewöhnlich: die Paare tanzten in einer offenen Tanzposition. Aber nur so war genug Platz für individuelle Variationen, Tempo und Sprünge. Geboren wurdet Lindy Hop in den großen Ballsälen New Yorks, als auch die Big Bands aufzublühen begannen. Musikalische einflüsse kamen von Swing-Größen wie Chick Webb mit Ella Fitzgerald, Benny Goodman, Count Basie und Duke Ellington. Eine besondere Bedeutung für den Lindy kommt dem größten Ballsaal, dem Savoy Ballroom in Harlem zu. Er war ofen für alle Bevölkerungsschichten und Hautfarben, ein Schmelztiegel verschiedenster Tanzkulturen, in dem sich der Lindy Hop zu einer besonderen Attraktion entwickelte. Er zog Prominenz und High Society ins Savoy, was ihm über Harlem hinaus Beachtung verschaffte. Der breiten Masse wurde der Tanz von den Whiteys Lindy Hoppers, einer Showtruppe vorgestellt, die ihren Tanz-Stil in den 1930er- und 1940er-Jahren auf den Bühnen in den USA, Europa und Australien popularisierte. Frankie Manning war lange Zeit tänzerischer Kopf der Truppe. Er entwickelte unter anderem die ersten „Aerials“ (mit der Musik synchronisierte, nahtlos in den Tanz eingestreute Paar-Akrobatiken). Nach dem zweiten Weltkrieg geriet der Lindy Hop in seiner Ursprungsform etwas in Vergessenheit. Dafür tauchten in den Staaten der East Cost Swing und West Coast Swing, in Europa der Jive, Rock’n’Roll und Boogie Woogie auf und nahmen – vorerst – den Platz des Lindy ein.


Das große Revival


Seit Anfang der 80er Jahre gewann Lindy Hop auch in Europa wieder zunehmend Freunde. Im Jahre 2005 gab es in London und New York bereits eine mehrere tausend Tänzer umfassende Insider-Gruppe, aber auch in anderen Großstädten der überwiegend westlich geprägten Welt und anderswo (z. B. Peking, Tokio) trainieren Fans des Tanzes regelmäßig und veranstalten öffentliche Partys. Rund 1500 Tänzer aus der ganzen Welt pilgern jährlich für vier Wochen in das kleine schwedische Dorf Herräng: die "Harlem Hot Shots" (früher: Rhythm Hot Shots), widmen dort seit 1982 Lindy Hop ein Tanzlager.


Woher kommt dieser seltsame Name?


Über die Namensgebung „Lindy Hop“ kursieren verschiedene Geschichten, die überwiegend auf den New Yorker Tänzer „Shorty George“ George Snowden verweisen. Lindy Hop heißt der Tanz angeblich nach Charles Lindbergh, dem ersten Überquerer des Atlantiks mit einem Nonstop-Flug New York-Paris. Gemäß der Legende und Überlieferung von Frankie Manning feierten Bürgermeister und Journalisten an jenem Abend, an welchem die Zeitungen titelten: 'Lucky Lindy Hops the Atlantic' im Savoy Ballroom und fragten einen der Tänzer, was er denn hier tue, worauf er geantwortet haben soll: „I'm doin' the Hop… the Lindy Hop!“ Gemäß Frankie Manning griff der erschöpfte Shorty George einfach auf die aktuelle Zeitungsschlagzeile zurück. Auch heißt es, dass mit dem Namen vor allem auch auf die Akrobatik angespielt wird, welche später bei keinem einzigen Tanz mehr so zu finden war, wie eben beim Lindy Hop, wie er in der damaligen Zeit in den Nachtclubs auf der Bühne vorgeführt wurde. Wie das damals aussahkann man sich in diesem Video anschauen - einem Ausschnitt aus dem Film Hellzapoppin aus dem Jahre 1941.


Was ist ShimSham?


ShimSham ist noch immer der bekannteste LineDance aus der Swing-Szene und war ursprünglich Teil einer Stepptanz-Folge. In den späten 1920er Jahren und in den 1930ern kamen am Ende einer Vorstellung alle Musiker, Sänger und Tänzer auf die Bühne und tanzten zusammen Shim Sham. Jeder tat es, so gut er oder sie konnte. Die Stepptänzer tanzten jedoch sehr fantasievolle Variationen. So gibt es nicht „eine“ gültige Shim Sham-Choreografie, sondern viele verschiedene. Wenn man eine Personengruppe Shim Sham tanzen sieht, vor allem, wenn die Teilnehmer aus unterschiedlichen Orten kommen, bemerkt man viele ähnliche Schritte mit einigen davon abweichenden und sogar etlichen improvisierten. Eine Variante ist sehr bekannt und kann von jedem, der nur ab und zu tanzt, leicht gelernt werden. Zwei andere – eine von Frankie Manning entwickelt und eine andere von Dean Collins – sind komplizierter, und es braucht einige Übung für sie. Den Namen hat der Tanz vom ersten Schritt erhalten, und zwar genauer vom Geräusch des 1. Schrittes. Shim Sham ist also ein onomatopoetischer Name :-) ShimSham wird bei uns hauptsächlich zu dem Song "T'ain't what you do" getanzt.
Kostprobe


Was ist der Jitterbug Stroll?


Der Jitterbug Stroll ist ebenfalls ein LineDance, choreographiert von Ryan Francois – einem Lindy Hop Tänzer und Lehrer. Getanzt wird er normalerweise auf „Woodchopper’s Ball von Woody Herman oder Steven Mitchell’s „The Jitterbug Stroll“ – ein Song der extra für den Tanz geschrieben wurde und der sogar die Ansagen enthält.
Kostprobe


Was ist die Big Apple Routine?


Nein, nicht in New York, sondern im “Big Apple Nightclub“ in Columbia, South Carolina, entstand der Big Apple in den 1930er-Jahren. Alle Tänzer stehen im Kreis und vollführen auf Zuruf eines “Callers”, der sich in der Mitte befindet, Figuren wie „Break a leg“, „Rusty Dusty“ und „London Bridge“.
Kostprobe


Was ist der Charleston Stroll?


Der Charleston Stroll ist wohl der jüngste LineDance des Lindy Hop. Er wurde ca. 2002 in Singapur von Sing Lim choreopraphiert. Getanzt wird er zu „Put a lid on it“ von den Squirrel Nut Zippers. Aufgepaßt! Die Routine startet sofort mit der Musik! Man hat keine Zeit sich noch gemütlich „einzubouncen“.
Kostprobe


Ihr wisst noch nicht, welche Musik Ihr Euch kaufen sollt?


Dabei können wir Euch vielleicht ein wenig helfen. Wir haben eine kleine Liste mit Musiktipps erstellt, auf die Ihr gut tanzen und üben könnt. Diese soll nach und nach erweitert werden. Wenn Ihr also noch Swing-Schätze kennt, die nicht mit aufgeführt sind: wir sind dankbar für weitere Tipps.